|
Ägyptens Hochkultur begann um 3000 v.
Chr. mit der Schaffung eines
Königreiches durch die Vereinigung von
Ober- und Unterägypten unter dem
legendären Pharao Menes, der in Memphis
residiert haben soll. Die Einteilung der
Pharaonenzeit in 30 Dynastien geht auf
den ägyptischen Priester Manetho zurück,
der im 3. Jahrhundert v. Chr. eine
ägyptische Geschichte geschrieben hat.
Mit der dritten Dynastie entstand das
Alte Reich, in dem sich Staat und
Gesellschaft, Kunst und Religion
ausformten und der als Verkörperung des
Himmelsgottes verehrte König
autokratisch über alle 42 Gaue seines
Landes herrschte. Unter dem Pharao
Djoser (um 2610–2590) und den Herrschern
der vierten und fünften Dynastie dehnte
sich das Reichsgebiet bis südlich von
Assuan aus. Die Pharaonen wurden jetzt als
Söhne des Sonnengottes Re angesehen.
Nach dem Zerfall des Alten Reiches
gelang es erst einem
Gaufürstengeschlecht aus dem Süden unter
Mentuhotep II. (2061–2010), die Länder
im Mittleren Reich (11. bis 14.
Dynastie) wieder zu einigen. Als neue
Hauptstadt wurde Theben mit den
Tempelstätten Karnak und Luxor
gegründet; bald lag jedoch die Residenz
wieder im Norden. Um 1650 rissen die aus
Asien stammenden Hyksos die Herrschaft
über Ägypten an sich. Sie brachten Pferd
und Streitwagen ins Land und damit eine
neue Art der Kriegstechnik.
525 v. Chr. wurde Ägypten von den
Persern erobert und erstmals Provinz
eines fremden Weltreiches; in gewissen
Grenzen wurde dieser Provinz jedoch die Selbstverwaltung
und Religionsfreiheit zugestanden.
Ab 332 v. Chr. stand Ägypten unter
griechischer Herrschaft. Nach der
Schlacht bei Actium und dem Tod Kleopatras VII., der
letzten Herrscherin des Ptolemäerhauses,
wurde Ägypten 30. v. Chr. zur römischen
Provinz.
Um 640 eroberten die islamischen Araber
das Niltal; Ägypten wurde von nun an von
wechselnden Machtzentren aus – Damaskus,
Bagdad, Kairo – beherrscht.
Erst die Landung des französischen
Expeditionskorps unter Napoleon beendete
1798 die Herrschaft der Osmanen.
1948 beteiligten sich ägyptische Armeen
am arabischen Angriff auf den eben
ausgerufenen Staat Israel, wurden aber,
wie die anderen arabischen Armeen auch,
zurückgeschlagen. Am 23. Juli 1952
(Nationalfeiertag) stürzte die Bewegung
der „Freien Offiziere“ den 1936
inthronisierten König Faruk. Die
Geschichte der jungen Republik Ägypten
wurde zunächst von General Ali Muhammad
Nagib, anschließend von dem führenden
Kopf der Revolution, Oberst Gamal Abdel
Nasser (1954–1970) bestimmt.
1977 leitete sein Nachfolger, Präsident
Anwaras Sadat durch eine
überraschende Friedensinitiative den
Dialog mit Israel ein, der 1979 zum
Friedensvertrag und zum Abzug der
israelischen Truppen von der
Sinai-Halbinsel führte, andererseits
jedoch das Land innerhalb der arabischen
Welt isolierte und den Widerstand
islamischer Fundamentalisten hervorrief.
1981 wurde Sadat, der 1978 zusammen mit
Israels Premierminister Menachem Begin
den Friedensnobelpreis erhalten hatte,
das Opfer eines Attentats.
Gemäß der Verfassung von 1971, zuletzt
geändert 2005, ist Ägypten eine
Präsidialrepublik. Staatsoberhaupt ist
der vom Parlament mit
Zweidrittelmehrheit nominierte und
anschließend durch Volkswahl für sechs Jahre bestätigte Präsident, der
gleichzeitig Oberbefehlshaber der
Streitkräfte ist.
Die landwirtschaftliche Nutzfläche (rund
3 % des Staatsgebiets) ist auf das Niltal
und das Nildelta sowie einige Oasen
begrenzt. Die Bauern (Fellachen)
bewirtschaften das Land mit teilweise
jahrtausende alten Anbau- und
Bewässerungsmethoden.
Der bedeutendste Bodenschatz ist das
Erdöl, das vor allem im Golf von Sues,
in der Kattara-Senke und auf der
Sinai-Halbinsel gefördert wird. Außerdem
werden Rohphosphate, Eisen- und
Manganerze sowie Salz gewonnen.
Größere Industriebetriebe sind meist
verstaatlicht; die Zahl privater
Unternehmen, zum Teil mit ausländischer
Beteiligung wie z. B. im Fahrzeugbau,
hat seit 1970 deutlich
zugenommen. Ältester Gewerbezweig ist die Verarbeitung von Baumwolle,
Zucker und anderen Agrarprodukten.
Ein weiterer bedeutender Wirtschaftszweig
ist der Tourismus, der nach den
Terroranschlägen auf touristische Ziele
in den 1990er und 2000er Jahren jedoch
zeitweise starke Einbrüche verkraften
musste (Luxor 1997, Sinai 2004 und 2005
und 2006 in Dahab). Der Tourismus ist
eine der wichtigsten wirtschaftlichen
Einnahmequellen des Landes. Vor allem die
ägyptischen Altertümer besitzen enorme
Anziehungskraft für ausländische
Besucher.
Wichtigster Verkehrsträger ist die
Eisenbahn, das Netz der Ägyptischen
Staatsbahnen mit einer Streckenlänge
von rund 7700
km ist das älteste in ganz Afrika ist.
Alle
Informationen dieser Seite stammen aus
www.wikipedia.de - die freie
Enzyklopädie im Internet |